PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind eine große Stoffgruppe, zu der auch Fluorpolymere wie PTFE (Teflon) gehören. Diese Stoffe sind sehr langlebig und praktisch nicht zerstörbar – das ist ihre gute wie auch ihre schlechte Eigenschaft. In Automotive finden sich PFAS z. B. in Beschichtungen, Dichtungen, Schmierstoffen, Imprägnierungen, Drucken, Klebstoffen oder bestimmten Polymerrezepturen.

Was Volkswagen fordert (kurz)

Volkswagen kündigt eine detailliertere Analyse der IMDS-Übermittlungen an und erwartet, dass Lieferanten:

  • die Aktualität der IMDS-Datensätze prüfen (Übereinstimmung mit der tatsächlichen Lieferzusammensetzung),
  • PFAS in IMDS korrekt und transparent deklarieren,
  • insbesondere alle MDS mit Joker/Wildcard überprüfen und bei Bedarf korrigieren

VW weist außerdem darauf hin, dass bei nachweislichem Mehraufwand durch falsche/unkomplette IMDS-Daten Kosten an den Lieferanten weiterbelastet werden können.

Wichtig: Es geht primär nicht darum, PFAS „zu entfernen“, sondern darum, sie sauber im IMDS abzubilden und Prozesse dafür zu etablieren.

Warum Joker/Wildcards kritisch sind

Die Where-Used-Analyse findet PFAS nur dann, wenn PFAS als konkrete Substanz/Gruppe sichtbar gemeldet sind. Werden Anteile über Joker/Wildcards wie „Misc., not to declare“ verborgen, bleibt der Inhalt ein „Black Box“ – PFAS können dann in der Analyse fehlen.

IMDS-Regeln stellen klar, dass Wildcards nicht genutzt werden dürfen, um deklarationspflichtige/verbotene Stoffe (GADSL/SVHC usw.) zu verstecken, und empfehlen häufig confidential substance statt Joker.

Schneller PFAS-Check in IMDS (praktischer Workflow)

  1. Where-Used (Basic Substance List → PFAS)
    Where-Used über die eigenen gesendeten MDS ausführen und die Gruppe “Per and Poly-fluoroalkyl substances (PFAS)” auswählen.
  2. Ergebnis bewerten
    • PFAS gefunden: in der Regel transparent deklariert (für VW meist „richtig“).
    • PFAS nicht gefunden: bedeutet nicht automatisch „PFAS-frei“ – zusätzlich Joker/Rest-Positionen prüfen.
  3. Black-Box-Stellen identifizieren
    Fokus auf:
    • Rest / further additives not to declare,
    • Joker/Wildcards,
    • ältere MDS, die ggf. nicht mehr zur aktuellen Lieferung passen.
  4. Wenn PFAS vorhanden sind, aber Rezeptur vertraulich ist
    Besser als „misc not to declare“ ist meist eine confidential substance, damit die Existenz des Stoffes compliance-fähig bleibt.

Empfehlung für die Lieferkette

Um VW belastbar zu bestätigen „PFAS werden nicht verborgen“, braucht es:

  • klare Lieferantenanforderung: keine PFAS unter Joker/Wildcards,
  • einen Prozess zur regelmäßigen Aktualisierung bei Änderungen (Material, Lieferant, Rezeptur).

Fazit

VW fordert vor allem Transparenz und Aktualität der IMDS-Daten. Startpunkt ist Where-Used → PFAS, entscheidend ist jedoch das konsequente Bearbeiten von Joker/Rest-Positionen entlang der Supply Chain.

Wenn Sie sicherstellen möchten, dass Ihre IMDS-Daten die aktuellen VW-Erwartungen zu PFAS erfüllen, kann ich für Sie einen vollständigen Check (Where-Used + Review von Joker/Rest-Positionen) durchführen, Unterlieferanten mit konkreten Anforderungen ansprechen und ein schlankes System aufsetzen, damit PFAS künftig in der Lieferkette nicht „unsichtbar“ werden.

Václav Poříz